Wirkweise der EFT-Klopfakupressur
Die Wirkweise der Klopfakupressur lässt sich gut am Beispiel einer Angststörung wie der Flugangst darstellen. In der klassischen Verhaltenstherapie wird Flugangst typischerweise mit der Konfrontationstherapie behandelt. Diese setzt mit Therapiemethoden wie Flooding, Systematischer Desensiblisierung oder Rational Emotive Therapy die direkte Konfrontation mit der Angst. So wird versucht, die Toleranzschwelle sukzessive zu erhöhen. Viele Patienten scheuen diese Art der Therapie, weil sie zu viel Angst vor der Angst haben und lieber mit ihren Beschwerden weiterleben, auch wenn dies oft eine große Einschränkung ihres Alltags bedeutet. Eine weitere Therapiemöglichkeit ist die Anwendung von Entspannungstechniken (progressive Muskelrelaxation, Hypnose), Ablenkmanövern (Zeitung lesen, Musik hören) und das Erlernen bestimmter Atemtechniken, die der aufkeimenden Panik entgegenwirken sollen
Diese Strategien beseitigen die Angststörung nicht, sondern üben Verhaltensweisen ein, um die Störung besser unter Kontrolle zu halten. Dazu ist ein hohes Maß an Konzentration und Selbstbeherrschung erforderlich, das sich nicht immer aufrechterhalten lässt. So entsteht dauerhaft Stress im Körper des Betroffenen und nicht selten entwickeln sich daraus weitere Ängste, wie zum Beispiel die Angst vor der Angst.
Bei EFT wird die Flugangst direkt beseitigt und zwar ohne die Ursache dafür zu kennen oder eine tiefenpsychologische Analyse durchzuführen. Während der Therapiesitzung versetzen Sie sich in die belastende Situation im Flugzeug und rufen die Emotionen auf, die Sie dort typischerweise verspüren. Als Therapeutin leite ich Sie an, zugleich bestimmte Stellen am Ihrem Körper zu klopfen. Durch die haptische Stimulation von Akupressurpunkten und das simultane Fokussieren auf die belastende Emotion wird dem Gehirn ermöglicht, die Situation von den Emotionen zu entkoppeln. Die Angst verschwindet dauerhaft und oft werden dafür nur 1-2 Therapiesitzungen benötigt.
Wie genau dieser Mechanismus im Gehirn abläuft ist bislang ungeklärt. EFT wird genau wie EMDR seit annähernd 30 Jahren sehr erfolgreich in der Therapie eingesetzt, ohne dass die genaue Wirkweise entschlüsselt werden konnte. Erst in den letzten Jahren haben klinische Studien mit der Erforschung dieses Phänomens begonnen. Da belastbare Ergebnisse noch ausstehen, wird die Anwendung von EFT bislang nicht von den Krankenkassen finanziert.